Brenda Vantrease: Der Illuminator
Verfasst: Montag 13. März 2006, 19:10
Brenda Vantrease: Der Illuminator

Klappentext:
England um 1380: Das Volk ist den Launen von Adel und Klerus hilflos ausgeliefert. Bücher sind rare Kostbarkeiten, für gewöhnliche Sterbliche nahezu unerreichbar - zumal sie nur in Latein oder normannischem Französisch verfasst werden. Aber die alte Ordnung zeigt erste Risse…
Die Abtei Broomholm bei Norwich hat den Illuminator Finn, einen Meister der Buchmalerei, für eine große Aufgabe gewonnen: Er soll ihre Ausgabe des Johannes-Evangeliums illustrieren. Während der langwierigen Arbeit kann der Künstler allerdings nicht in der Abtei leben - denn der verwitwete Finn reist in Begleitung seiner bildhübschen 16-jährigen Tochter Rose. Und für sie wäre ein Aufenthalt unter Benediktinermönchen nicht zumutbar. Der Abt bittet daher Lady Kathryn von Blackingham Manor, Finn und seine Tochter auf Kosten der Abtei zu berherbergen. Angesichts ihrer angespannten finanziellen Situation und um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, geht Lady Kathryn gern auf diesen Handel ein. Was sie jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich auch für den Kirchenkritiker John Wycliffe, der die Bibel ins Englische übersetzen und so dem einfachen Volk zugänglich machen will.
Dann wird ein Priester der Abtei ermordet, und Kathryns Sohn gerät in Verdacht…
Allgemeines:
Besonders ist die hübsche Ausstattung des Hardcovers hervorzuheben.
Beurteilung:
Das Buch macht deutlich, wie sehr das Volk unter der Doppelbelastung von Adel und Kirche litt: beide nahmen sich, was sie wollten, ohne jede Rücksicht. Steuern für den König, Abgaben für die Kirche und oftmals blieb nicht einmal mehr genug zum Leben. Dies war die Zeit der Lollarden: Prediger, die auf englisch predigten und die sagten, daß jeder selbst zu Gott beten könne - ohne Umweg über die Priester. Und die davon überzeugt waren, daß Gott auch Gebete in der Umgangssprache erhören würde und nicht nur Gebete, die auf Latein von einem Priester oder Mönch gesprochen wurden. John Wycliff schließlich übersetzte die Bibel ins Englische und machte sie so dem Volk zugänglich; kein Wunder also, daß die katholische Kirche sich bedroht fühlte und alles tat, um die drohende Rebellion zu unterdrücken.
Als Finn als Gast nach Blackingham Manor kommt, verbirgt er seine Tätigkeit für John Wycliff sorgfältig. Schon nach kurzer Zeit werden er und Lady Kathryn ein Liebespaar. Als sie jedoch erfährt, daß die Mutter seiner Tochter Jüdin war, wendet sie sich von ihm ab. Dann wird ein Priester ermordet und Kathryn steht vor der Wahl, entweder ihren Sohn oder ihren Geliebten zu opfern. Sie weiß, daß Finn unschuldig ist, aber der Sheriff verdächtigt ihn und nimmt ihn in Haft. Kathryns Sohn Alfred hingegen ist irgendwie in die Sache verstrickt und auch wenn sie nichts Genaues weiß, will sie den Shriff doch nicht auf seine Spur bringen. Also entscheidet sie sich für ihren Sohn und setzt sich in keinster Weise für Finn ein.
Das Buch fing schleppend an, erst ab der Mitte etwa kam Spannung auf. Dann jedoch wurde es fast des Guten zuviel: immer neue Schwierigkeiten türmten sich vor Lady Kathryn auf und irgendwann stand ich kurz davor, das Buch zuzuklappen. Finns Verhaftung ist erst die Spitze des Eisbergs, danach folgt Katastrophe auf Katastrophe. Ich habe seit langem kein Buch mehr gelesen, in dem so viele der Hauptpersonen sterben.
Leider wachsen dem Leser die Charaktere auch nicht sonderlich ans Herz, sie bleiben flach und ausdruckslos. Das Ende hingegen gleicht den schleppenden Anfang aus und macht einiges wieder wett. Gut dargestellt ist die Hilflosigkeit der Bevölkerung gegenüber der Kirche und wie sehr kirchliche Würdenträger diese Macht ausnutzten - sei es der Priester, der die letzte Ölung erst gegen eine entsprechene „Spende“ vollzieht oder der Bischof, der den einfachen Leuten auch noch das letzte Stück Vieh nimmt, um einen Krieg zu finanzieren.
Meine Wertung:

Originaltitel: The Illuminator
Übersetzerin: Gloria Ernst
Kategorie: Historisch / 14.Jahrhundert / England / Religion
Hardcover
Limes
574 Seiten
ISBN: 3809024953

Klappentext:
England um 1380: Das Volk ist den Launen von Adel und Klerus hilflos ausgeliefert. Bücher sind rare Kostbarkeiten, für gewöhnliche Sterbliche nahezu unerreichbar - zumal sie nur in Latein oder normannischem Französisch verfasst werden. Aber die alte Ordnung zeigt erste Risse…
Die Abtei Broomholm bei Norwich hat den Illuminator Finn, einen Meister der Buchmalerei, für eine große Aufgabe gewonnen: Er soll ihre Ausgabe des Johannes-Evangeliums illustrieren. Während der langwierigen Arbeit kann der Künstler allerdings nicht in der Abtei leben - denn der verwitwete Finn reist in Begleitung seiner bildhübschen 16-jährigen Tochter Rose. Und für sie wäre ein Aufenthalt unter Benediktinermönchen nicht zumutbar. Der Abt bittet daher Lady Kathryn von Blackingham Manor, Finn und seine Tochter auf Kosten der Abtei zu berherbergen. Angesichts ihrer angespannten finanziellen Situation und um ihren Söhnen das Erbe zu sichern, geht Lady Kathryn gern auf diesen Handel ein. Was sie jedoch nicht weiß: Finn arbeitet heimlich auch für den Kirchenkritiker John Wycliffe, der die Bibel ins Englische übersetzen und so dem einfachen Volk zugänglich machen will.
Dann wird ein Priester der Abtei ermordet, und Kathryns Sohn gerät in Verdacht…
Allgemeines:
Besonders ist die hübsche Ausstattung des Hardcovers hervorzuheben.
Beurteilung:
Das Buch macht deutlich, wie sehr das Volk unter der Doppelbelastung von Adel und Kirche litt: beide nahmen sich, was sie wollten, ohne jede Rücksicht. Steuern für den König, Abgaben für die Kirche und oftmals blieb nicht einmal mehr genug zum Leben. Dies war die Zeit der Lollarden: Prediger, die auf englisch predigten und die sagten, daß jeder selbst zu Gott beten könne - ohne Umweg über die Priester. Und die davon überzeugt waren, daß Gott auch Gebete in der Umgangssprache erhören würde und nicht nur Gebete, die auf Latein von einem Priester oder Mönch gesprochen wurden. John Wycliff schließlich übersetzte die Bibel ins Englische und machte sie so dem Volk zugänglich; kein Wunder also, daß die katholische Kirche sich bedroht fühlte und alles tat, um die drohende Rebellion zu unterdrücken.
Als Finn als Gast nach Blackingham Manor kommt, verbirgt er seine Tätigkeit für John Wycliff sorgfältig. Schon nach kurzer Zeit werden er und Lady Kathryn ein Liebespaar. Als sie jedoch erfährt, daß die Mutter seiner Tochter Jüdin war, wendet sie sich von ihm ab. Dann wird ein Priester ermordet und Kathryn steht vor der Wahl, entweder ihren Sohn oder ihren Geliebten zu opfern. Sie weiß, daß Finn unschuldig ist, aber der Sheriff verdächtigt ihn und nimmt ihn in Haft. Kathryns Sohn Alfred hingegen ist irgendwie in die Sache verstrickt und auch wenn sie nichts Genaues weiß, will sie den Shriff doch nicht auf seine Spur bringen. Also entscheidet sie sich für ihren Sohn und setzt sich in keinster Weise für Finn ein.
Das Buch fing schleppend an, erst ab der Mitte etwa kam Spannung auf. Dann jedoch wurde es fast des Guten zuviel: immer neue Schwierigkeiten türmten sich vor Lady Kathryn auf und irgendwann stand ich kurz davor, das Buch zuzuklappen. Finns Verhaftung ist erst die Spitze des Eisbergs, danach folgt Katastrophe auf Katastrophe. Ich habe seit langem kein Buch mehr gelesen, in dem so viele der Hauptpersonen sterben.
Leider wachsen dem Leser die Charaktere auch nicht sonderlich ans Herz, sie bleiben flach und ausdruckslos. Das Ende hingegen gleicht den schleppenden Anfang aus und macht einiges wieder wett. Gut dargestellt ist die Hilflosigkeit der Bevölkerung gegenüber der Kirche und wie sehr kirchliche Würdenträger diese Macht ausnutzten - sei es der Priester, der die letzte Ölung erst gegen eine entsprechene „Spende“ vollzieht oder der Bischof, der den einfachen Leuten auch noch das letzte Stück Vieh nimmt, um einen Krieg zu finanzieren.
Meine Wertung:
Originaltitel: The Illuminator
Übersetzerin: Gloria Ernst
Kategorie: Historisch / 14.Jahrhundert / England / Religion
Hardcover
Limes
574 Seiten
ISBN: 3809024953