Jean Webster: Daddy Langbein / Geliebter Feind

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Tirah
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Jean Webster: Daddy Langbein / Geliebter Feind

Beitrag von Tirah » 22.03.2006 14:46

Jean Webster: Daddy Langbein / Geliebter Feind





Inhaltsbeschreibung:

Daddy Langbein
Die Waise Jerusha Abbot wächst in einem Waisenhaus, dem John-Grier-Home, auf. Als sie siebzehn Jahre alt wird, ermöglicht ihr einer der Aufsichtsräte das Collegestudium - unter der Bedingung, daß er anonym bleibt und Jerusha ihm einmal im Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreibt. Da Jerusha den Namen ihres Wohltäters nicht kennt, nennt sie ihn „Daddy Langbein“. Mit den Jahren werden ihre Briefe immer vertrauter.

Geliebter Feind
In der Fortsetzung zu Daddy Langbein übernimmt Jerushas Freundin Sally die Leitung des Waisenheims, in dem Jerusha aufwuchs. Unter ihrer Führung wird das trostlose John-Grier-Home zu einem heimeligen Ort für die Kinder. In Briefen an Jerusha schildert sie ihre Fortschritte und die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat - wovon der Arzt des Waisenhauses, der mürrische Schotte Dr. MacRae, nicht das kleinste ist…


Beurteilung:
Beide Romane stammen aus dem Jahr 1912! Für ihre Zeit waren sie also erstaunlich fortschrittlich, denn immerhin darf Jerusha studieren. Sie sind sehr flott geschrieben und in einem Stil gehalten, der auch heute noch anspricht - keineswegs verstaubt oder altertümlich. Natürlich stolpert man über einige Sachen, z.B. daß Frauen kein Wahlrecht haben oder die Tatsache, daß eine Scheidung etwas Unerhörtes ist.
Bei beiden Romanen handelt es sich um Briefromane, d.h. man liest immer nur die Briefe von Jerusha bzw. Sally, aber nicht die dazugehörigen Antworten. Das ist zwar etwas ungewohnt, aber der Stil ist dafür sehr erfrischend und einige Briefe sind urkomisch. Die lustigen kleinen Zeichnungen der Verfasserin tragen das ihre dazu bei.
Gerade beim zweiten Band, Geliebter Feind, war die Übersetzerin sehr pfiffig: einige Passagen sind im Original wohl in schottischem Dialekt geschrieben. Hier hat die Übersetzerin diese Dialoge einfach ins Plattdeutsche transferiert. :super:

Leider sind die Bücher auf deutsch oop und nur noch gebraucht zu bekommen. Im englischen werden sie jedoch nach wie vor aufgelegt.
Daddy Langbein wurde ein erfolgreiches Bühnenstück und wurde mehrmals verfilmt, u.a. 1955 mit Fred Astaire und Leslie Caron in den Hauptrollen.


Meine Wertung:
:buchwurm02:

Originaltitel: Daddy Long Legs / Dear Enemy
Übersetzer: Margret Boveri
Kategorie: Briefroman / Romanze / Jugendbuch (ich habe eine Ausgabe aus den sechziger Jahren, die für „Mädchen ab 12“ empfohlen ist :kuss: )
Hardcover
Tosa
271 Seiten
ISBN: 0143039067 (für die englische Ausgabe)
Bild

My recurring fantasy about libraries is that at night, after everyone goes home, the books come to life and mingle in a fabulous cocktail party. (Neal Wyatt)

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